Presse-Rezensionen

Der Westen, Robert Amelung, 3 Januar 2010

Fröhlichkeit der Musik

Kokopelli Saxophon Quartett - Programm "Gershwin - Bernstein - Piaf"

Plettenberg. Mit einem außergewöhnlichen Konzert startete das Bachforum Plettenberg ins neue Jahr. Beim Neujahrskonzert gastierte am Freitagabend das Kokopelli-Saxophon-Quartett im mit etwa 70 Zuhörern gut besetzten Rathaussaal – und besser hätte man das neue Jahr kaum beginnen können. Kokopelli – der Namensgeber ist eine Figur der alt-amerikanischen Mythologie. Mal steht er, als buckliger Flötenspieler dargestellt, als Symbol für Fruchtbarkeit und friedvolles Handeln und so auch für ein gelingendes neues Jahr. Zum anderen ist er Regengott und umherziehender Musiker, der die Leute mit seiner Fröhlichkeit, seiner Musik und seinem Humor erfreut.

Und genau das taten Thomas Käseberg, Romano Schubert, Georg Niehusmann und Christiane Hörmann vom Kokopelli-Saxophon-Quartett bei ihrem Auftritt im Ratssaal. Ausgewählt hatten die Vier ein Programm der gehobenen Unterhaltungsmusik und Verbindungen von Klassik und Jazz. Da erklangen Songs von George Gershwin wie auch ein Kurzarrangement von „An American in Paris” sowie ein Medley aus Gershwins Oper „Porgy und Bess”. Da wurden Songs aus Leonard Bernsteins „West Side Story” dargeboten, bei denen besonders „Somewhere” und „Maria” beeindruckten und berührten.

Einen Sprung nach Paris machte Heike Beckmanns Bearbeitung mehrerer Chansons von Edith Piaf und anderen. Als Originalkomposition für Saxophon-Quartett, ja sogar für das Kokopelli-Saxophon-Quartett, stand mit „Toquades” von Jerome Naulais ein Werk auf dem Programm, das unterschiedliche Tänze wie Tango, Walzer, Rock oder Charleston in gekonnten Arrangements aneinander reiht.

Die Musiker des Kokopelli-Saxophon-Quartetts überzeugten restlos. Mitreißende Rhythmen und eingehende Melodien waren so ganz nach dem Geschmack der Musikfreunde. Dass alle Mitglieder der Kokopellis ihre Instrumente in größter Perfektion beherrschen und sie zu einem vollkommenen Miteinander im Zusammenspiel verschmelzen, ist dabei selbstverständlich. Herzlicher, ja, begeisterter und lang anhaltender Beifall dankte für ein gelungenes Konzert – und als Dank für den Applaus gab's denn auch zwei Zugaben, die ebenfalls wieder für Begeisterung bei den Bachforum-Zuhörern sorgten.

 


 

Rheinische Post, Duisburg, 23 Oktober 2007

West Side Story in Rumeln

Kokopelli Saxophon Quartett - Programm "Gershwin - Bernstein - Piaf"

Wenn der „Kulturtreff Alte Dorfschule Rumeln“ eine Veranstaltung anbietet, ist das eine Qualitätsgarantie. Das war in der evangelischen Kirche an der Friedhofsallee in Rumeln-Kaldenhausen nicht anders, wo der Kulturtreff „On Tour“ einen ganz besonderen musikalischen Leckerbissen für Jazzfreunde präsentierte.


Das „Kokopelli Saxophon Quartett“ gastierte hier mit seinem Programm unter dem Titel „Ein Amerikaner in Paris“. Wie der Name schon sagt, erwartete das zahlreich erschienene Publikum an diesem Abend Musik von Gershwin, wie „Love is here to stay“, „Liza“, aber auch viele andere bekannte Melodien, die von Thomas Käseberg (Sopransaxophon), Romano Schubert (Altsaxophon), Georg Niehusmann (Tenorsaxophon) und Christine Hörmann (Baritonsaxophon) mitreißend neu interpretiert wurden.


Die Rumelner erlebten dabei auch eine waschechte Premiere: Der musikalische Querschnitt durch die „West Side Story“ von Leonard Bernstein war brandneu einstudiert und wurde erstmals live vor Publikum präsentiert. Das merkte man den vier Ausnahmemusikern natürlich nicht an und die Zuhörer wurden von den Saxophonklängen vom westlichsten Stadtteil Duisburgs gekonnt in die West Side New Yorks der 50er Jahre entführt. Moderne Klassiker wie „I feel pretty“ oder „Maria“ bekamen durch das Kokopelli-Quartett eine völlig neue Frische. Ähnliches gilt auch für das Medley aus berühmten Chansons von Edith Piaf, die ansprechend für vier Saxophone umarrangiert worden waren. Besonderen Pfiff bekam das Medley durch clever eingestreute Textzeilen per (leise gestelltem) Megaphon. „Non je ne regrette rien“ – auch die Zuschauer hatten ihr Kommen nicht zu bedauern. Bei der Zugabe wählten die Besucher per Handzeichen freiwillig die „lange“ Version und erlebten eine sehr lebendige und mitreißende Version von „Porgy and Bess“. Die Konzertdauer verlängerte sich erheblich durch den lang anhaltenden Applaus der begeisterten Besucher.

 


 

WAZ, 13 September 2005

Saxophon hat seinen Platz in der Klassik

Kokopelli Quartett konzertierte im Ratssaal mit Musik vom Barock bis zur Moderne

Kokopelli Saxophon Quartett - Programm "conversation amusante"

„Für Jazz alleine ist das Saxophon zu schade“, meinen die Musiker vom Kokopelli Saxophon Quartett. Diese spielten am Sonntag Nachmittag im großen Sitzungssaal.


Im Rahmen der „Kleinen Reihe Klassik“ des Kulturamts traten die Musiker des „Kokopelli Quartetts“ im Rathaus auf. Mit ihrem Programm „Conversation amusante“ boten sie dem Publikum ein breit gefächertes Repertoire, von Barock bis zur Moderne. Mit einem rein französischen Programm spielten sie Stücke von Marin Marais, Claude Debussy, Eric Satie , Gabriel und Paul Pierné, aber auch ein Chanson-Potpourri. „Das Saxophon wird immer mit Jazz in Verbindung gebracht und wir wollen zeigen, daß das Saxophon auch einen Platz in der Klassik hat“, erzählt Sopransaxophonist Thomas Käseberg. Ihr Programm „Conversation amusante“ bezeichnen sie selber als „französische Musik“ – vom Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV. bis zu Chansons von Edith Piaf.


Ihr zehnjäriges Jubiläum feiern die Musiker in diesem Jahr. Seit 1995 sind sie ein eingespieltes Team, obwohl nun Christine Hörmann (Baritonsaxophon) fast neu an Bord ist, sich aber schon voll an die Intonationen der anderen Saxophonisten angepaßt hat. Georg Niehusmann (Tenorsaxophon) und Romano Schubert (Altsaxophon) vervollständigen das Quartett. „ ein Quartett bedeutet immer viel Arbeit. Da kommt es zunächst nicht auf den Schwierigkeitsgrad der Stücke an, oder ob es leichte oder schwere Kost ist. Aber wir sind gut aufeinander abgestimmt“, so Georg Niehusmann.


Die vier Saxophonisten sind allesamt Vollblutmusiker und Profis. Alle haben eine klassische Ausbildung und verfügen über reichliche Erfahrungen im Jazzbereich. Thomas Käseberg ist Dozent für Saxophon an der Niederrheinischen Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg und an der Musikschule Kamp-Lintford, Romano Schuber Dozent für Saxophon an der Clara Schumann-Musikschule Düsseldorf, Georg Niehusmann Toningenieur und Christine Hörmann Dozentin an der Musikschule an der Stadt Lüdenscheid.


Die Finalisten des Yamaha-Pokals 2003 in Berlin legten bei ihrem Programm am Sonntag viel Wert auf eine Auswahl freudiger und lustiger Stücke und zeigten sich selber oft von einer humoristischen Seite, was die Zuhörer oft zum Lachen brachte. „so etwas macht ein Konzert immer persönlicher“, meint Romano Schubert. Eben so, wie es ihr Namensgeber, Kokopelli, schon vor gut 2000 Jahren gemacht hat; Sie ziehen durch die Gegend und verbreiten Fröhlichkeit und erfreuen die Zuschauer mit ihrer Musik und ihrem Humor. KS

 


 

Rheinische Post, 13 September 2005

Vertontes Lachen

Kokopelli Saxophon Quartett - Programm "conversation amusante"

Das Kokopelli Saxophon Quartett reiste in der Reihe „Kleine Reihe Klassik“ mühelos durch alle französischen Epochen. Keine Stilrichtung kam zu kurz, und die Heiterkeit am wenigsten.


Heiligenhaus „Joie de vivre!“ Diese französische Lebensweisheit wußte das Kokopelli Saxophon Quartett am Sonntagabend im großen Sitzungssaal des Rathauses bestens zu vermitteln. Mit Werken aller Epochen von ausschließlich Komponisten aus Frankreich begeisterten sie das zahlreich erschienene Publikum.


Die vier Musiker begannen ihr Programm „Conversation amusante“ mit – für das Laienohr eher ungewohnt – Klassik, einer Suite in g-moll von Marin Marais. Bei der vom ehemaligen Kokopelli-Mitglied Thomas Dörr für Saxophon bearbeitete Suite stellten die Saxophonisten ihr Können unter Beweis. Von Anfang an war das harmonische Zusammenspiel und die fein herausgearbeitete Phrasierung ein Genuß für die Zuschauer. Gerade in den höheren Lagen und bei Kolloraturen glänzte Thomas Käseberg um Sopransaxophon mit eben jener Präzision, für die sonst nur Violinen bekannt sind. Als höchste Stimme meisterte er seine Aufgabe als Dirigent geschickt mit dezenten Kopfbewegungen. Bei den eigens für das Kokopelli-Quartett zusammengestellten Chansons begeisterte Romano Schubert, Altsaxophon, ebenfalls als Solist. Georg Niehusmann, Tenorsaxophon, entpuppte sich bei den Chansons überraschenderweise auch als Sänger.


Dass eine Frau an dem Abend die tiefsten Töne anstimmte, Christine Hörmann, Baritonsaxophon, hatte niemand so recht erwartet. Die Heiterkeit und den Abwechslungsreichtum dieses Quartetts ließen Claude Debussys Stücke, im Original für Klavier, durchscheinen. Nach zwei Sätzen von Eugène Bozza wurde es wahrlich humorvoll. Denn Erik Satie hat mit seiner Bearbeitung von Bildern Musik mit nicht ganz ernst gemeinten Texten vereint und so manch ein Lachen beim Zuschauer hervogezaubert.


Daß es auch bei den Musikern nicht an Humor fehlte, zeigte sich bei kleinen Patzern. Thomas Käseberg scherzte mit dem „Tag der verschwundenen Stücke“, und so kam Gabriel Pierné erst nach der Pause, als Ersatz für die geplante Zugabe dran. Bei seinem Vetter Paul Pierné hörte man in der „Conversation amusante“ ein vertontes Lachen, bei „Conversation animeé“ fielen sich die Saxophone geradezu ins Wort.


So führte das Quartett aus Rhein und Ruhr durch einen für alle sehr kurzweiligen Abend, der den Facettenreichtum des Saxophons deutlich hervorhob.
Tanja Goodwin

 


 

General-Anzeiger Bonn, 6 Juni 2005

Kokopelli Saxophon Quartett - Programm "conversation amusante"

General-Anzeiger Bonn, 6 Juni 2005

In der lichtdurchfluteten Villa Genienau im Mehlemer Süden, die sich seit einiger Zeit wieder in Privatbesitz befindet, gastierte das Kokopelli Saxophon Quartett, das nach einer wohl sehr kurzfristigen Besetzungsänderung, in neuer Formation auftrat. Mit Christine Hörmann hat man seit neuestem eine Frau am größten Instrument, dem Baritonsaxophon.
Hörmann machte allerdings nicht den Eindruck eines Neulings, sie fügte sich in das im übrigen durch eine klare und saubere Intonation geprägte Klangbild ihrer alteingesessenen Kollegen - Thomas Käseberg (Sopransaxophon), Romano Schubert (Altsaxophon), Georg Niehusmann (Tenorsaxophon) ein. Verbunden durch eine launige Moderation schwamm sich das nach einer indianischen Mythenfigur benannte Quartett stets sicher frei, sei es in einer barocken Suite in g von Marin Marais, die einen jazzigen Unterton jedoch nie so ganz verleugnen konnte oder einem charmanten und manche Überraschung beinhaltenden Chanson-Potpourri inklusive Gesangseinlagen und Megaphonunterstützung von Heike Beckmann.
Ein kurzweiliger Genuss waren einige Miniaturen von Erik Satie, aus dessen beziehungsreichem Dada-Zyklus "Sport und Vergnügen" man einige Banalitäten mit herrlicher Chuzpe und vergnüglichem Augenzwinkern servierte.Westdeutsche Allgemeine Zeitung /Lokalausgabe Oberhausen, 16 September 2003

Das Quartett verstand es besonders, den Inhalt der Musik bildhaft umzusetzen, so etwa bei den Brüdern Jeanjean, die in "Gaieté Villageoise" den lebhaften Trubel und die fröhliche Umtriebigkeit des dörflichen Lebens genau so gekonnt einfingen wie die süße Stimmung in "Doux Paysage". Und auch in Kleinoden von Debussy ließen sich die kleinen Geschichten hinter den schwingenden Luftsäulen entdecken. Hier zeigten die Musiker Flexibilität in Empfindsamkeit und Stärke, die ihr Instrument auszeichnet, und unterstrichen dies im Chanson-Arrangement der zeitgenössischen Komponistin Heike Beckmann durch die Intensität des liedhaften, emotionalen Schwingens wie in "La vie en rose" oder des kraftvoll-mutigen "Je ne regrette rien"
Regina E.Wegner